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Samstag, der 09.01.2010, 10:17






(Ich schau' zu wenig Fernsehen, um solche tollen Sachen zu entdecken... Danke an Stefan für den Tip!)

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Samstag, der 02.05.2009, 14:31
Bildungswüste Deutschland

    "Erschwerend hinzu kommt, dass der Trend zur Evaluierung die Abhängigkeit schulischer Bildungsprozesse von empirisch überprüfbaren Wissensbeständen, Fähigkeiten und Kompetenzen zu Lasten jener Bildungsziele geht, die mit der derzeitigen Testmethodik nicht überprüfbar sind.

    Bildungsziele wie Menschenrechte, Demokratie, Chancengleichheit, ökologischer Umgang mit der Natur, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vor den Rechten und Freiheiten des Individuums, die in dem allseits bewunderten finnischen Schulsystem den Ausgangspunkt für die Organisation des Unterrichts der Klassen 1-9 bilden, drohen hierzulande endgültig aus dem Blick zu geraten.
    [...]
    Angesichts der eklatanten Diskrepanz zwischen dem von der Bildungspolitik formulierten Reformanspruch und dem realen Zustand der Kindergarten- und Schullandschaft, erweist sich der von der Politik nach PISA begonnene Reformdiskurs als ein Scheindiskurs, der verdeckt, dass die Mehrheit der für die Bildung Verantwortlichen in unserem Land am Aufbau eines chancengerechteren Bildungssystems kein Interesse hat, weil sie sich vor allem den finanziell gut ausgestatteten bildungsorientierten Schichten verbunden fühlen, die das bestehende System privilegiert."

Jetzt erst entdeckt, aber das macht es nicht unaktueller - Joachim Wiener über die deutsche "Bildungsreform", die sich kläglich um die eigentlichen Probleme herummogelt:

Teil 1: Erstarrte Formen (MP3 | Text)
Teil 2: Exzellenz und Effizienz (MP3 | Text)

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Freitag, der 24.04.2009, 14:02
Rebootmake

Als zum Remake-Phänomen gehörig kann man gewiss die derzeitige Reboot-Schwemme betrachten. Auch wenn er Begriff natürlich erst einmal vollkommen unklar ist, kann man ihn irgendwo zwischen einer Handungsfort- oder vorsetzung (Sequel/Prequel) und dem Remake anordnen. Das Remake als transparent gemachte Wiederholungsstratgie, ein schon immer vorhandendes Prinzip Hollywoods, ja der Kunst überhaupt, enthält als wichtigsten Aspekt die Variation. Alexander Gajic weist in einem interessanten epd-Artikel darauf hin, dass Reboots eine ganz gewisse Art der Variation verfolgen: Man befreit in ihnen Figuren und Geschichten von erstarrten Konventionen, man gibt dem Mythos einen menschlicheren und authentischeren Anstrich. Die sei Ausdruck für unsere "Sehnsucht nach Subjektivität und ungefilterter ­Erfahrung". Ein gewisse Paradoxie besteht natürlich darin, dass diese Sehnsucht gerade an sattsam bekannten Franchises (Batman, Bond, Star Trek etc.) umgesetzt und befriedigt wird. In jedem Fall nachdenkenswert, für Gajic sogar kritikwürdig ...

Link(s) Bibliografie zum Remake
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Sonntag, der 22.03.2009, 16:35
Fernsehgeschichte!

Ja, das waren vielleicht die besten drei Fernsehminuten am Tag der offenen Schultür in Winnenden (neben ARTE - vollkommen unbeeindruckt - und Musiksendern, die mal wieder Musik sendeten):



Ich hatte dieses großartige, wahrhafte Interview, welches ich live sah und mich zum Kichern brachte, weil es all das Ekelhafte an der Medienerscheinung des Amoklaufs leichten Schrittes bloßstellte, schon fast vergessen. N-TV ist für diesen hintergründigen Schachzug - wen interessiert, dass er unbeabsichtigt war? - zu beglückwünschen.

"Wie kommt es zu solchen Situationen?"
"Das wissen wir nicht..."

Das war Fernsehgeschichte! Ich bin froh, dabei gewesen zu sein.


Weiteres Kluges von Prof. Kersten.

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Sonntag, der 15.03.2009, 16:07
Das Filmtext-Register

Ich habe ja schon einmal über das Filmtagebuch-Register der Filmforen berichtet, einer Art Filmdatenbank, die zur Katalogisierung der Filmtagebucheinträge dient, die auf Filmforen.de lagern. Daraus ist jetzt das Filmtext-Register geworden: Wer Mitglied auf Filmforen.de ist, kann nun all seine Texte, der er übers Internet verteilt hat, in diese praktische Datenbank eintragen und somit sein ganz persönliches Text-Katalog schaffen. Und die anderen sind natürlich noch immer dazu eingeladen, es zu benutzen, um ihren eigenen Filmhorizont mit denen anderer Menschen abzugleichen oder - besser - kollidieren zu lassen. Dafür wird man bei über 30.000 Texten zu fast 10.000 Filmen gewiss die Gelegenheit haben...

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Donnerstag, der 26.02.2009, 20:59


Der chronologische Katalog der britischen DVD-Reihe Masters of Cinema beginnt übrigens ab Christi Geburt - das nenne ich gründlich!

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Samstag, der 21.02.2009, 17:12
Tintenfizz.de oder: Ein Dummer warnt

Vorweg Nr. 1: Bitte nichts bei Tintenfizz.de bestellen! Dies ist ein unzuverlässiger Laden, wenn nicht gar mit verbrecherischen Tendenzen.
Vorweg Nr. 2: Dieser Erlebnisbericht handelt von einem grenzenlos Dummen, also mir. Ich entschuldige mich also gleich für meine Naivität, die mir im Sparwahn mein rationales Vermögen vernebelte.

Nun, die Patronen der geliebten Druckmaschine waren wieder einmal alle. Da ich grundsätzlich nichts von Nachfüllen oder Ersatzpatronen anderer Firmen halte (Grund: äußerst schlechte Erfahrungen damit gesammelt), bin ich immer auf der Suche nach dem günstigsten Anbieter für Originalpatronen. Tintenfizz.de bot sich über die Preisvergleichsseite PreisRoboter.de an - hier gab es das High-Capacity-Pack der Originale preiswert und obendrein moderate Versandkosten. Die Seite ist zwar weder vertrauenswürdig noch einladend, aber ich hab schon auf schäbigeren Internet-Hütten Bestellungen abgefeuert. Die Google-Suche nach "Tintenfizz.de" ergab zwar überraschend wenig Ergebnisse, aber auch keine Warnungen vor dem Shop. Hätte ich mir die Mühe gemacht und nach der hinter der Seite stehenden Firma Printer Express gesucht, hätte ich auch auf diese Google-Seite stoßen und wissen können, dass die Spezialität dieses Shops die Nichtauslieferung bei gleichzeitiger Einbehaltung des Geldes ist. (Die Seite Ink-vertrieb.de gehört ebenfalls zu diesem zwielichtigen Verein.) Aber ich wollte die Zeichen nicht sehen, bestellte am 04.02. und überwies auch gleich den fälligen Betrag online. Am nächsten Morgen kam schon eine zweite Mail nach der Bestellbestätigung, die mir mitteilte, dass meine Bestellung "in Bearbeitung" sei. Bearbeitet wurde diese scheinbar ziemlich lange und am 13.02. fragte ich per Mail einmal nach, wann die Bearbeitung denn endlich ein Ende finden würde. Am 16.02. wurde mir trocken mitgeteilt, dass "die Ware morgen rausgehe". Und als dann am 20. immer noch kein Postmann klingelte, wurde ich etwas entschiedener im Ton. Durch die Kritik bei Google wusste ich ja nun schon, dass ich es hier mit einem höchstwahrscheinlich betrügerischen Verein zu tun habe. Printer Express kann ja nur Geld "verdienen", wenn man wie ich auf ihre Seite reinfällt (solche Naivlinge wie mich gibt es immer). Mein einziges Druckmittel war also die Androhung der Publikmachung ihres semi-kriminellen Charakters, was ich dann auch in der Mail tat. Meine Punkte im einzelnen:

"1. Ich werde Tintenfizz.de/Printer Express beim Verbraucherschutz melden.
2. Bei Google wird sich Printer Express über eine weitere vernichtende Kritik freuen dürfen.
3. Ich werde dafür Sorge tragen, dass ihre Angebote bei diversen Preisvergleichsseiten nicht mehr auftauchen.
4. Ich werde Ihre verbrecherischen Tätigkeiten Ihrer Bank melden.
5. Ich werde auf meinem Blog vor Tintenfizz.de/Printer Express warnen."

Das zog anscheinend - ich hätte es selbst kaum geglaubt, weil ich mir das nur so aus den Fingern gesogen hatte: Jedenfalls kam keine Stunde später eine formelle Vorlagen-Mail mit der Information, meine Ware sei versendet worden. So ein Zufall aber auch. 16 Tagen hätten sie also gebraucht, meiner Bestellung nachzukommen - falls die Lieferung denn wirklich auf dem Weg zu mir war. Dessen war ich mir noch nicht sicher. Doch heute lieferte DHL tatsächlich ein kleines, unscheinbares Paket. Natürlich mit dem falschen Produkt, also nicht dem bestellten High-Capacity-Multipack, sondern nur den Patronen mit halber Kapazität - die also 20€ billiger sind. Jener Betrag also, um den sich Printer Express unrechtmäßig bereichern will. Eine richtige Rechnung kann man von diesem Chaosladen wohl auch nicht erwarten. Weder per Mail noch im Paket - in dem war nur ein lustig-spartanischer Lieferschein einer Klotz Kommunikationstechnik in Sulzbach-Rosenberg. Humor hat dieses Syndikat ja, das will ich ihm lassen! Die Taktik des Hinhaltens, Verzögerns und Halbe-Leistung-Bringens ist ebenfalls mustergültig eingeübt - nur so entmutigt man seine "Kunden" erfolgreich...

Unter diesen Umständen ist jene Lieferung wohl das Beste, was ich herauszuholen im Stande war. Jedenfalls will ich anderen diese Internet-Odyssee ersparen und warne sie hiermit vor Tintenfizz.de!

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Donnerstag, der 29.01.2009, 15:37
Back to the ... Past!

Wer einen Blick in die Vergangenheit dieser Seite werfen will, die es schon seit 2002 gibt, der kann das hier tun. Ob er das hingegen sollte, kann ich kaum guten Gewissens bejahen. Mich trifft da einiges recht unverhofft und sehr gewalttätig, also einiges von dem Schmarrn, den ich so von mir gegeben habe...

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Mittwoch, der 04.06.2008, 21:51
"So she was right to eat the apple?"

"Absolutely!"

Phillip Pullman über seine Fantasy-Trilogie "His Dark Materials", seine Quellen und Inspirationen (z.B. Kleists Über das Marionettentheater oder auch ein Gemälde von da Vinci). Ein weiser, ein gelehrter, ein unheimlich beruhigender Mann.

2003 gesendet, nun auf YouTube anzuschauen. Hier der erste Teil.

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Sonntag, der 16.03.2008, 16:29
Filmcomic / Comicfilm

Etwas, das mich völlig verwirrte und dann in meinem Kopf untergegangen ist, war die Marketingkampagne um die dritte Verfilmung von Richard Mathesons Horror-Sci-Fi-Buch I Am Legend. (Ihr wisst schon, der Film mit Will Smith und einem schrecklichen Gott-ist-gnädig-dank-Märtyrium-Ende - letzteres soll durch eine alternatives Ende, welches sich auf der DVD befindet, etwas unchristlicher werden.) Jedenfalls gab es zwei Animationsfilme im Vorfeld des Kinostarts, die ich mir auch prompt auf meine Festplatte geholt habe. Kurz hineingeschaut habe ich auch, schien mit etwas statisch, aber nicht uninteressant. Später habe ich dann rausbekommen, dass die zwei Videos scheinbar Teil einer Reihe waren, denn das eine firmierte unter dem Titel I Am Legend - Awakening: Story 3 - Isolation (Download: klein | groß), das andere unter I Am Legend - Awakening: Story 4 - Sacrificing the Few for the Many (Download: klein | groß). Und wo zum Teufel sind die restlichen Filmchen? ... wäre nun ja eine berechtigte Frage. Nach einer kleinen Recherche habe ich rausbekommen, dass es keine weiteren Animationsfilme gibt. I Am Legend - Awakening allerdings ist ein kleiner Comicband, welcher von Warner online vertrieben wird und ebenfalls ein Glied in der Marketingkette ist (Abb.: Cover). In diesem kleinen, 35-seitigen "Goodie" werden fünf knappe Geschichten erzählt, jeweils von einem anderen Kreativteam, in denen uns Ereignisse während des Ausbruchs der Seuche präsentiert werden. An die Handlung des Films wird nicht direkt vor- oder angeschlossen, aber seine Diegese wird trotzdem erweitert, das Bild der Welt, in der I Am Legend spielt, wächst. Diesem kurzen Review folgend, kann auf so wenigen Seiten erzählerisch selbstverständlich nicht die Post abgehen, die Geschichten sind eher atmosphärisch konzipiert und wirken wohl sehr über ihren Zeichenstil. Sie sind/waren als Einstimmung zu verstehen.

So weit, so viral das Marketing. Obwohl ich diese Begrifflichkeit für etwas verfehlt halte, da sie sich auf die Ausbreitungsform der Werbebotschaft bezieht - und diese ist gekennzeichnet durch (Internet-)Mundpropaganda. Dass nun Mundpropagande noch stets die beste Werbung ist - auch wenn sie durch das Internet auf eine etwas andere Ebene gehoben wird - das ist doch eigentlich ein alter Hut. Mit dem Begriff fasst man doch nicht das Wesen, die Art der Werbebotschaften, die derzeit vermehrt im Internet geboren werden: Fiktionales Marketing würde ich es nennen. Die Paratexte werden mehr und mehr zu originären Basistexten und geben ihren Status als "Hilfsdiskurs" auf, um mit Genette zu sprechen. Nun gab es schon immer Erzählwerke, die die Geschichte von Filmen weitererzählten und ausbreiteten. Aber das waren eben Produkte, für die man zahlen musste. Durch das Internet wird heutzutage (kostenlos) Werbung verbreitet, die jedoch nicht mehr so auf das beworbende Produkt hinweisen, wie dies ein Teaser, Trailer oder Poster tut. Es ist eher so, dass fiktionales Marketing eine eigene Narration entwickelt - aber ebenfalls im und durch beworbenen Film aufblüht und vice versa. Diese selbstständige Narration kann mitunter eine sehr komplexe Struktur annehmen (zwei Beispiel wären die Kampagne für The Dark Knight und die Lost Experience). Sie ist eine Anschlußstelle und Öffnung für den Film und ein Original - es scheint fast wie ein Aufschwung und eine Modizifierung der (traditionellen) Erzählkultur, ohne dass die Studios Angst haben müssten, ihre Blockbuster würden keinen mehr interessieren.

Doch zurück zum I Am Legend Comic: In dem digitalen Heftchen finden sich zwei Geschichten, die genauso heißen wie die zwei besagten Animationsfilme. Heißt das also, für eine Marketingkampagne wurden zwei kostenlose Comicnovellen verfilmt, um auch diese kostenlos an Mann und Frau zu bringen? Ja, so ist es. Ich finde dies ja schon unerhört - und es verwundert mich sehr, wie wenig diese verworrenen Zusammenhänge im Zuge der Vermarktung aufgelöst worden sind. Besonders bei der faszinierenden Machart der zwei Kurzfilme, die sich als visuell-sequentielle Comicverfilmungen oder -transformationen beschreiben lassen. Man hat sich der Original-Illustrationen aus dem Comic-Heft bedient, aber Figuren und Objekte als Flächen vom Hintergrund getrennt, damit diese sich unabhängig voneinander bewegen lassen. Mimik und Gestik sind reduziert und meist nur auf bestimmte Körperelemente, wie die Augen, beschränkt; der 2-D-Eindruck soll keinesfalls geopfert werden. Dreidimensionalität entsteht durch die Gegen-Bewegungen der Flächen zueinander und flache Lichteffekte, die sich in der Ebene ausbreiten. Insofern handelt es sich um einen Film, da mit Bewegung, Ton, Musik und einer aufgezwungenen Zeiteinteilung gearbeitet wird. Und Comic bleibt es durch die Flächigkeit, den Versuch, die Comicseite beizubehalten, und die Sprechblasen, die nicht als Untertitel fungieren, sondern als Bildanteile, die Text aktiv und bewusst in die Visualität einbauen. Eine bewunderswerte Synthese zweier Medien, für die sich ein gewisser Brooke Burgess verantwortlich zeichnet. Langsam fühlen wir Warner und ihrer Kampagne also auf den Zahn. Das Studio hat sich nicht willkürlich für diesen Mann entschieden - er war prädestiniert für diese Comicfilmcomics, da er 2001-2003 ein machart-ähnliches Projekt stemmte: Die Flash-Animationssaga Broken Saints erstreckt sich über 24 Kapitel und ist 12 Stunden lang. Und sie arbeitet mit genau der gleichen Synthetisierungsstrategie aus Comic und Film. 20th Century Fox hat eine überarbeitete Fassung dieser ursprünglich für das Internet konzipierten, ambitionierten Serie sogar auf DVD vertrieben. (Die alte Internet-Version ist allerdings noch komplett online!) Zwei Aspekte sind da noch erwähnenswert: einmal ist interessant, dass diese spezifische Medien-Synthese (oblgeich vorher natürlich auch möglich durch traditionelle Animationskunst) seinen Geburtsort und seine Verbreitung möglicherweise gerade durch das Internet erfahren hat. Nicht nur ist durch Flash, wenn man sich denn die entsprechende Software leisten kann und will, eine Deprofessionalisierung und damit Demokratisierung der Animationskunst (schon lange) eingetreten (und durch das Internet allgemein eine kostspielige Distribution unnötig geworden), sondern vielleicht hat gerade die spezifische Arbeitsweise der Flash-Animation ("Flash can manipulate vector and raster graphics", Wikipedia) zur visuell-konzeptionellen Entwicklung der besagten Film-Comic-Synthese beigetragen. (Frühe Vorgänger wie der Scherenschnitt- oder Silhouettenfilm sollten natürlich nicht unerwähnt bleiben.) Zweitens, ich finde es wirklich peinlich und schade, dass ein solch kreativer Kopf wie Burgess so stiefmütterlich behandelt wird - da werden zwei sehenswerte Animationskurzfilme rausgehauen, deren spezifische Verbindung zu einem Comicheft nicht beleuchtet wird, ja deren Macher nicht einmal als bemerkenswert erscheint. Das ist ja nicht nur ökonomisch undurchdacht - oder will Warner den Namen gar nicht erwähnen, weil dies für 20th Century Fox einen besseren Broken Saints Box-Verkauf bedeuten könnte - es ist eben auch wieder das Einknicken der Erzählkultur, in dem die Fabulierer und Talente in den Hintergrund gedrängt werden...

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