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bekay de » Der fremde Sohn  
 

Mittwoch, der 25.02.2009, 17:08
Der fremde Sohn

Was Eastwoods neuer Film vielleicht alles ist...

... ein Straczynski-Film.

Den neuen Eastwood würde ich eher als neuen Straczynski sehen, der sich für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Es gibt ausgesprochen auffällige Parallelen zu Straczynskis Opus magnum Babylon 5. Der Missbrauch rechtsstaatlicher Mittel zur Schaffung eines Unrechtsstaates, das geheime Wirken krimineller und vollkommen gesetzloser Energie aus dem Inneren des Staates, also jenes Gebilde, das diese Energie eigentlich eindämmen soll, und das Ausgeliefertsein des Bürgers gegenüber diesen Kräften - all diese Strukturen durchziehen auch jene Science-Fiction-Serie der 1990er. Und der gerechte Kampf gegen diese Strukturen. Dabei ist besonders der Mittelteil - die Einweisung in die und der Aufenthalt in der psychatrischen Anstalt - bezeichnend. Denn zwei Elemente interessieren den Drehbuch-Schreiber von Changeling wohl besonders: Einmal die Verschränkung von Unrecht mit bürokratischen Formalia; so als ob eine Bezeichnung für etwas unglaublich Grausames etwas rechtens machen würde, wie z.b. der im Film genannte "Code 12", unter dem der Polizei unliebsame Frauen einfach jeglicher Rechte beraubt und eingewiesen werden. Das Andere ist der Missbrauch psychologischen Wissens, um es nicht zur Heilung, sondern zum "Verrücktmachen" zu verwenden. Es gibt einen eindrucksvollen Dialog im Film, in dem ein Psychologe seine Macht und sein Wissen gekonnt einsetzt, um eine jegliche Aussage des Patienten ins Gegenteil zu verkehren und als Symptom einer psychischen Erkrankung zu werten. Straczynski ist ein subtiler Autor dieser menschlichen Interkationen und Wertsetzungen. Dieser Film ist neben Babylon 5 ein weiterer Beweis dafür.

... ein Film, in dem Angeline Jolie große Augen macht und dabei ihre behandschuhte Hand vor ihren offenen Mund hält, um Entsetzen auszudrücken.

... ein Film über die Medienlandschaft der Zwanziger.

Radio, Telefon, Telegraph, Kino, Zeitung - Changeling integriert sie alle ins das lebendige Bild des L.A.s der Zwanziger. Und das nicht nur im Hintergrund, also als Setting, sondern meist als plottragende Elemente. Als Auslöser von Handlungen und Überbringer zentraler Informationen. Diese Bewusstheit der Allgegenwärtigkeit jener zeitgenössischen Medien wird nicht zuletzt in dem auf klassisch getrimmten Universal-Produktionslogo, den schwarz-weißen Totalen, die den Film beginnen und schließen, und dem prägnanten jazzigen Hauptthema des Scores widergespiegelt.

... ein Serienmörder-Film.

... ein elegant und melancholisch erzählter Film.

Seine klare Struktur - der langsam ansteigende Anfang, der dramaturgisch aufreibende Mittelteil, das leise ausklingende Ende - und seine Kontrolle über die Figuren, deren erzählerischen Funktion auch immer eine charakterliche Plastizität und Identifiktationspotential zur Seite gestellt wird, macht den Film so klassisch, dass er schon wieder modern ist.

... einfach ein toller Film.

Link(s) IMDb-Link
(in: filmBlog) Kommentare (3) / Comment?


Kommentare

(Es braucht ja auch nur die Eröffnungsszene, um gleich zum ersten wortwörtlichen Babylon-5-Zitat vorzudringen, die elterlich beigebrachte Regel, einen Kampf nie anzufangen, aber immer zu beenden.)

Christian am 26.02.2009 um 17:21

Wortwörtlich sogar!

Ist mir gar nicht aufgefallen, der Spruch kam mir zwar bekannt vor, aber für so unverfroren hatte ich JMS wohl nicht gehalten. Mir gefällt das, ehrlich gesagt.

bekay am 26.02.2009 um 18:14

everything many of us do consists of law along with every determination we make somehow or yet another law can be involved. In this specific paper We are discussing precisely what law is short for and which laws along with role play inside my present trot.

http://www.socialmediaclubmars am 08.12.2014 um 08:46


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